Idomeneo, Re di creta

Die Inszenierung von Mozarts Oper Idomeneo wurde kurzerhand abgesetzt. In der Inszenierung von Hans Neuenfels werden abgetrennte Köpfe von Jesus, Buddha, Mohammed und Poseidon gezeigt. Das hat Politik und Kultur gespalten. Die Politik sagt, man dürfe sich dem islamischen Terror nicht beugen, die Deutsche Oper Berlin will sich keiner Gefahr aussetzen.

Ich sage Schwachsinn. Nicht zum vermeintlichen Terror, nicht zur Deutschen Oper Berlin sondern zur Inszenierung. Wenn jemand unter dem Deckmantel der Kunst unbedingt abdrehen will, bitte. Aber warum gerade Mozart? In der Oper selbst gibt es keinen Bezug zum Islam oder zur Religion allgemein. Genau genommen spielt die Oper, das Original, in der Antike, lange vor Mohammeds Zeiten.

Keine Ahnung was in Leuten wie Neuenfels vorgeht. Ich stelle mir vor, sie sitzen irgendwo im Kämmerlein und grübeln darüber, wie man sich am Besten wichtig machen könnte. Da sich aber wahrscheinlich niemand langfristig dafür interessieren würde, wenn ein Herr Neuenfels nur abgeschlagene Köpfe präsentiert, muss er seine Ergüsse in einem entsprechenden Rahmen präsentieren - und vergewaltigt kurzerhand das Wolferl. Um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen werden Religionen brüskiert. Und das in diesen Zeiten.

Andererseits zeigt sich wieder Mozarts Genie: Da kann jemand seine Psychosen in aller Öffentlichkeit ausleben - solange es von Mozarts Musik untermalt ist, wollen die Menschen es sehen.

Demnächst werde ich in eine Einkaufspassage in der Innenstadt scheissen und aus einem Ghettoblaster die Zauberflöte spielen. Und dabei “künstlerische Freiheit” schreien. Mal sehen was ich einnehme.

Einen Kommentar schreiben: