Dejagah muss sich nicht entscheiden
Mittwoch, den 10. Oktober 2007Ich glaube im Übrigen nicht, dass eine Teilnahme an einem Fußballspiel nachteilige Konsequenzen für irgend jemanden haben könnte - schon gar nicht für Dritte. Der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Peter Danckert.
Das Drama, dass sich derzeit um den Nationalspieler Dejagah abspielt, ist schlichtweg eine Frechheit. Er bezieht heftig Prügel selbstgefälligster Manier, von deutschen Politikern, vom Zentralrat der Juden und nicht zuletzt sogar von einem meiner Lieblingsblogs.
Wie fernab von Gut und Böse muss man eigentlich sein um auf diesen Mann einzudreschen? Seine Familie und Freunde leben im Iran und haben, sicher nicht nur theoretisch, übelste Repressalien zu erwarten wenn Herr Dejagah nach Israel einreisen würde. Selbst wer das bestreitet, es ist immer noch Dejagahs Recht es zu befürchten.
Diese ganzen Klugscheisser haben doch gar keine Ahnung was es bedeutet unter einem solchen Regime leben zu müssen. Diese Helden. Aber wehe jemand kommt der eigenen Familie zu nahe, und sei es nur Söhnchen und Töchterchen werden von der doofen Nachbarrin angepöbeln. Dann ist das Gezeter gross.
Dem Mann u.a. Antisemitismus vorzuwerfen ist schlichtweg geisteskrank wie ich finde. Und jeder hat immer noch das Recht, seinen Job so zu machen (oder nicht zu machen) wie er es für richtig hält.
Die TAZ, die man beim besten, verfolgungswahnverseuchtesten Willen nicht für antisemitisch halten kann, hat die Situation in ihrem Blog trefflich formuliert. Und da mir hier grade der Kragen platzt, bin ich dankbar dafür und kann diesen Artikel beenden ohne einen Herzkaspar zu riskieren.




