Wie man einen Sklaven macht
Muss ich noch fragen um zu wissen, wie es tut
Ins Joch gespannt, die Kehle zugeschnürt
Ich sah es ja bei einem jungen Ochsen
Die Blindheit ist vorbei
Ich habe nachgedacht -
Ich weiss ja, wie man einen Sklaven macht
Aus einem jungen Ochsen.
Er war so jung und glatt
Geboren frei zu sein
Er bat um nichts
War seines Lebens froh
Die Menschen aber wollten ihn sich zähmen
Und taten so, als würde Hilfe ihm gebracht
Ich weiss ja, wie man einen Sklaven macht
Aus einem jungen Ochsen.
Er wehrte sich, er kämpfte um sein Recht
Doch sie umringten ihn, erfahren wie sie sind
Und nutzten ihre List, um ihn zu brechen
Das Kleid der Unschuld deckt viel Niedertracht
Ich weiss ja, wie man einen Sklaven macht
Aus einem jungen Ochsen.
Er stand so müde da, er stand allein
Voll Trauer war sein Schrei
Gebell der Qual
Man lockerte den Strick, damit er atme
Und zog ihn wieder zu mit Vorbedacht
Ich weiss ja, wie man einen Sklaven macht
Aus einem jungen Ochsen.
Ich sah ihn später wieder
Sanft - geknickt
Er zog den Pflug, den Doppelfurchenpflug
Er schlurfte tief gebückt einher und stöhnte
Um nicht zu sterben, schleppte er willig seine Fracht
Ich weiss ja, wie man einen Sklaven macht
Aus einem jungen Ochsen.
Ich sah ihn seines Weges ziehen, den Berg hinan
Den Rücken vollgepackt verdiente er sein Brot
Die Arbeitsfreude ist ein Teil der Ernte
So hat sein Schweiß auch seinem Herrn viel eingebracht
Ich weiss ja, wie man einen Sklaven macht,
Aus einem jungen Ochsen.
Soylent network - Klaus Kinski liest Dichtung Afrikanischer Völker





am 11. November 2007 um 20:13 Uhr.
ich bin erstaunt….
horst
am 12. November 2007 um 09:09 Uhr.
Worüber staunst Du mein Jung?
am 19. Dezember 2007 um 20:05 Uhr.
Guten Abend,
eben suchte ich im Netz genau dies Stück - eigentlich suchte ich einen Live-Vortrag von Kinski, fand aber nur “Der selbstsüchtige Riese” in einem Ausschnitt.
“Wie man einen Sklaven macht” ist eins meiner Lieblingsstücke auf Kinski liest Weltliteratur.
Diese Visualisierung ist sehr gelungen, allerdings finde ich, dass Bach zu sehr ablenkt. Ist meine persönliche Meinung - entweder noch dezenter im Hintergrund oder sogar ganz weglgeassen, dann wäre die ergriffenheit noch größer. So schwanke ich doch sehr in der Aufmerksamkeit, muss teilen zwischen Musik und Text, die beide eigentlich ungeteilte Aufmerksamkeit verdient hätten.
Trotzdem war das ein toller Fund im WWW.
Es grüßt
Manu
am 20. April 2008 um 18:17 Uhr.
hallo manu,
ich war auf der suche nach dem text, den ich ja hier gefunden habe. die gelesene variante von KK findest du bei UBU (http://www.ubu.com/sound/kinski.html). UBU ist sowieso eine der interessantesten ressourcen im web. viel spaß bei hören,…
am 27. Januar 2011 um 11:14 Uhr.
[…] Denke, das hier passt ganz gut dazu. Wie man einen Sklaven macht Muss ich noch fragen um zu wissen, wie es tut Ins Joch gespannt, die Kehle zugeschn