Monatsarchiv für November 2007

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Finger im Pass

Sonntag, den 4. November 2007

Um einen deutschen Reisepass zu beantragen, müssen wir seit dem 1. November unsere Fingerabdrücke geben. Diese werden in einem Funkchip im Pass gespeichert. Aber keine Sorge:

Der Chip sei immun gegen Attacken von außen - auch gegen unberechtigtes Auslesen der Daten. Die Chipdaten können nach Angaben der Bundesdruckerei nur von Geräten gelesen werden, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik dazu berechtigt wurden. (via)

Also ich tippe mal auf eine Woche bis der Chaos Computer Club (die machen das zum großen Teil als Hobby) den Chip geknackt hat. Wobei das wahrscheinlich zu hoch gegriffen ist. Zum Thema hat der CCC sich jedenfalls bereits geäußert.

Diplomaten sind, wegen der besonderen Gefährdungslage, vom Chip im Pass, der ja so sicher ist, befreit.

Erkenntnis: Vor Gott und Herrn Schell sind alle Menschen gleich. Aber nur da.

Googlewatchblog

Samstag, den 3. November 2007

Ich hatte ja schon gesagt, dass ich mich um ein anderes Watchblog kümmern werde. Und zwar um das Googlewatchblog. Dazu eine kurze Wikipedia Definition zum Begriff Watchblog:

Watchblogger grenzen sich von der Mehrheit der Blogs dadurch ab, dass sie bestimmte Firmen, Organisationen oder Themen kritisch beobachten, statt über persönliche Erfahrungen zu berichten.

Googlewatchblog ist ein sehr interessantes Blog, das ich immer wieder gern besuche. Das steht außer Frage. Nur ein Watchblog ist es ganz sicher nicht. Im Gegenteil, sie sind teilweise so unkritisch, dass sich mir die Nackenhaare sträuben. Zum Beispiel beim Thema Datenschutz. Wir alle wissen, dass Google ein Datenfresser (hier und hier) ist, der seinesgleichen sucht. Davor kann man sich auch nicht schützen indem man Google nicht benutzt (Mails an Gmail, Googlebot, Adwords auf anderen Seiten). Das Googlewatchblog geht mit der Thematik allerdings eher gelassen um:

…und natürlich die alte Diskussion: Datenschutz gegen Paranoia (via)… …Vielleicht sollte Google seine User einfach öfter darauf hinweisen dass massenhaft Daten über sie gesammelt und ausgewertet werden - die meisten wissen das eh schon und würden sich daran nicht stören…(via)

Verwirrend ist, dass Googlewatchblog an anderer Stelle auch wieder recht kritische Töne anschlägt. Das Ganze liest sich wie ein riesiger, von Google gekochter Eintopf, mit einigen Haaren in der Suppe. Ich hab’, ehrlich gesagt, auch nicht so recht verstanden, was nun dahinter steckt.

Ich vermute, dass das Googlewatchblog Googles Segen hat. Zum Beispiel werden massenhaft Google Logos benutzt, was Google ohne Genehmigung rigoros verbietet. Wenn dem wirklich so ist, ist es kein Watchblog.

Das Ganze ist natürlich keine Katastrophe. Es ist ohne Zweifel ein tolles Blog. Man sollte beim Lesen nur den eigenen Watchdog im Kopf einschalten.

Erkenntnis: Namen sind Schall und Rauch.

So ganz zufrieden war ich mit diesem, doch sehr spekulativen Artikel, dann aber doch nicht und habe den Betreiber vom Googlewatchblog angeschrieben und ihm den Artikel übersandt.

Hallo Herr Minor,

ich habe einen Artikel über das Googlewatchblog geschrieben und möchte Ihnen Gelegenheit geben dazu Stellung zu nehmen. In erster Linie geht es mir darum sauberen Journalismus zu betreiben. Der Artikel ist zwar nicht übermässig kritisch, enthält aber einige Thesen, zu denen eine Stellungnahme Ihrerseits von Interesse wäre.

Vielen Dank.

Dann kam das hier und bestätigte, dass ich bezüglich meiner Thesen in Teilen unrecht hatte.

Der GWB wurde damals einfach aus einer Nachmittagslangeweile heraus gestartet und der Name kam mir einfach so in den Sinn - ohne die Definition des Begriffs “WatchBlog” zu kennen. Der GWB ist in dem Sinne kein WatchBlog sondern einfach mein privater Blog - und ich selbst betrachte mich als Google-Fan. Von daher fällt die Kritik eher verhalten aus und kommt relativ selten.

Ich für meinen Teil schreibe alle meine Artikel komplett aus meiner Sicht, wer andere Ansichten hat oder das ganze kritischer sieht kann das ja tun und sich in den Kommentaren äußern oder einen Trackback setzen.

Was Googles Segen angeht: Wir haben ihn nie bekommen, wir hatten nie wirklichen Kontakt zu Google, zumindest nicht was den Blog angeht, aber da man uns noch nie belangt hat scheint man uns dort einfach zu akzeptieren.

Aber lange Rede kurzer Sinn:
Der Artikel ist vollkommen in Ordnung und sie haben meinen Segen ;-)

P.S. Wofür schreiben sie diesen Artikel denn? Auf welcher Seite wird er veröffentlicht? BringBackMyTech.de ?

Grüße
Jens Minor

Dann habe ich nochmal bezüglich der Verwendung der diversen Google-Logos nachgefragt. Jens schrieb mir daraufhin das hier:

Was die Genehmigung angeht das ist eine komplizierte Geschichte:
Ich hatte damals um die Verwendung des Namens, des Logos und der  Design-Ähnlichkeit gebeten. Das ist nun schon über 2 Jahre her und ich habe bis heute keine Antwort erhalten - und das obwohl ich mehrmals angefragt habe, nicht nur per Mail sondern auch schriftlich. Eine Genehmigung in dem Sinne haben wir also nicht.

Andererseits haben wir Kontakte mit einigen Googlern inklusive dem deutschen Pressesprecher und auch in Mountain View wird der Blog von einigen Google-Mitarbeitern gelesen und täglich (!) besucht. Nie hat irgendjemand etwas gesagt. Andere Blogs wurden abgemahnt wegen Verwendung der Marke Google oder eines ähnlichen Logos - aber bei uns ist einfach nie etwas passiert, nicht einmal ein dezenter Hinweis per Mail dass da etwas nicht passen könnte.

Wir bewegen uns also auf einem sehr engen Grat, aber bis heute funktioniert es. Um Googles Rechtsabteilung nicht zu sehr zu reizen nutzen wir extra kein 3dimensionales schattiertes Logo wie das von Google und binden alle Google-Logos extern direkt vom google.com-Server ein.

Uns könnte jeden Tag eine Abmahnung ins Haus flattern, aber bisher ist einfach noch nichts passiert…

So ist aus meinem, wie gesagt sehr spekulativen Artikel, doch noch ein richtig interessanter Bericht geworden. Mit Hintergrundinformationen, die Licht ins Dunkel gebracht haben. An dieser Stelle herzlichen Dank an Jens Minor.

Erkenntnis: Mit Menschen reden macht manchmal doch Sinn.

Extrem laut und unglaublich nah

Samstag, den 3. November 2007

So schwer war es ja nun auch nicht. Namensgeber für meinen Herrn Schell ist der Held aus Extrem laut und unglaublich nah:

extremlautund.jpgOskar Schell ist neun Jahre alt. Wie er auf seiner Visitenkarte mitteilt, ist er Pazifist, Erfinder, Schmuckdesigner, Tamburinspieler. Vor allem aber ist er tieftraurig und verstört über den Tod seines Vaters, der sich zum Zeitpunkt der Anschläge im World Trade Center befand. Mit dem Tamburin läuft Oskar durch New York, auf der Suche nach einem Türschloss, in das ein geheimnisvoller Schlüssel aus den Hinterlassenschaften des Vaters passen könnte. Auf dieser Odyssee begegnet Oskar vielen ungewöhnlichen Menschen und gerät in aberwitzige Abenteuer. Verbunden mit Oskars Geschichte ist die seiner deutschen Großeltern, die nach der Bombardierung Dresdens, gezeichnet von Trauer und Verlust, nach New York geflüchtet sind.

Unbedingt lesen!

Wer ist Herr Schell?

Freitag, den 2. November 2007

Was Herr Schell so macht habe ich hier ja schon erzählt. Horst meinte, er wäre eine Erfindung. Stimmt, aber nicht meine. Er hat auch einen Vornamen: Oskar.

Meine Lieben: Wer ist Oskar Schell? Ich könnte jetzt sagen “aber nicht googeln”. Wie ich Euch kenne gehorcht Ihr ja aber eh wieder nicht.

Banksy sells

Donnerstag, den 1. November 2007

Banksy ist ein englischer Graffiti - Künstler, der seine Identität bis heute erfolgreich geheim hält. Was nicht heisst, dass er nicht populär ist. Im Gegenteil. Banksy hat sich durch seine Kreativität und unglaublichen Aktionen längst einen Namen gemacht. Gern klebt er seine Werke in bedeutenden Museen, passend gerahmt an die Wand. Und wird manchmal erst nach Tagen entdeckt. Unbedingt den Film Museums ansehen.

Bei einer Auktion in London sind jetzt zehn seiner Kunstwerke für fast das Doppelte des Schätzpreises versteigert worden. Bieter zahlten ingesamt 546 000 Pfund (785 500 Euro), wie das Auktionshaus Bonhams am Donnerstag mitteilte. Das Unternehmen hatte bei der bisher größten Auktion von Werken des Sprayers am Mittwochabend nur rund 300 000 Pfund erwartet. (Quelle: Focus)

Erkenntnis: Na endlich!


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