Kategorie 'Dachboden'

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Eva Hermans missglückte Hinrichtung

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Es geht in diesem Artikel nicht um Eva Hermans Mutter / Kind / Familie Thesen. Interessiert mich nicht, tut mir nicht weh, andere Baustelle.

Es geht vielmehr darum, wie Medien erfolgreich versuchen, einen Menschen in eine schlagzeilenträchtige Ecke zu drücken, in die er nicht hinein gehört. Und es geht darum wie Film und Ton lügen können ohne überhaupt manipuliert zu sein, indem man zerstückelt, schneidet und kommentiert.

Es begann mit dem sogenannten Zitat Eva Hermans im Hamburger Abendblatt vom 07.09.2007:

In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich, da sei vieles sehr schlecht gewesen, z.B. Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut, z.B. die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat.

Was Eva Herman auf der Pressekonferenz, aus der sie “zitiert” wird, wirklich gesagt ist das:

Wir müssen den Familen Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde.

Es geht gleich weiter. Aber das ist soweit ein ganz eindeutiges Statement. Wer daraus etwas drehen will, dass Frau Herman in die Nähe von Nazis rückt, ist schlichtweg ein Lügner. Unglücklicherweise, hat sie sich aber im Folgenden unklar ausgedrückt:

Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, es war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft.

Aus diesen beiden Zitaten wird ihr unterstellt, sie meine, im zweiten Zitat, dass damals (nämlich im Dritten Reich) auch einiges gut war. Dabei hat sie im Satz vorher ganz klar gesagt, dass sie sich auf die Zeit VOR dem Dritten Reich bezieht. Ja es stimmt, es ist eine Formulierung in einer freien Rede, die ohne den ersten Satz katastrophal wirken könnte.

Es rechtfertigt jedoch nicht die Medienhatz, die seitdem stattfindet. Schlichtweg weil Frau Herman, so wie sich darstellt, kein Nazi ist.

In der Johannes B. Kerner Show vom 09.10.2007 ging die Hatz dann lustig weiter. Man muss die ganze Sendung, ich wiederhole, die ganze Sendung, gesehen haben um zu verstehen was ich meine. Frau Herman sagte in der Sendung:

…aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden und wir fahren heute noch darauf.

Da war die Empörung der anderen anwesenden Gäste, Senta Berger und Margarethe Schreinemakers, groß. Sie drohten später die Sendung zu verlassen, blieben aber artig sitzen. Frau Schreinemakers bekam sogar, nach eigener Aussage, Puls. RTL Exclusiv sendete tags darauf einen Beitrag, der Frau Herman in der Sendung zeigte, Stimme aus dem OFF (Herman nicht zu verstehen), Herman mit obigem Zitat, Stimme aus dem OFF (Herman nicht zu verstehen).

Die Wahrheit war aber, dass man Frau Herman in der Sendung vorwarf, sie würde den Begriff “gleichgeschaltet” gebrauchen, der ein von den Nazis geprägter Begriff sei. An dieser Stelle ein Gruß an die Elektrikerzunft. Daraufhin meinte Frau Herman, und nun kommt das ganze Zitat

Ich möchte auch nicht mehr Stellung nehmen zu weiteren Vorwürfen in diesem Zusammenhang. Denn, nochmal, wenn man; Sie müssen nur Google eingeben und da können Sie jede Zeitung durchgehen, welche Zeitung diesen Begriff bereits benutzt hat. Natürlich ist er da benutzt worden aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden und wir fahren heute noch darauf.

Mir selbst war dieser Begriff als “von Nazis geprägt” übrigens auch nicht geläufig und ich werde auch ganz sicher nicht anfangen Vokabeln, die ich benutze, diesbezüglich zu recherchieren. Und ganz klar, die Autobahn Erwähnung wird natürlich gleich wieder als der allseits beliebte Ausspruch “Hitler hat ja auch Gutes bewirkt, z.B. unsere Autobahnen” interpretiert. So war er aber, man kann es dem ganzen Zitat entnehmen, schlicht nicht gemeint. Und auch nicht gesagt.

Frau Herman hat sich in der Sendung mehrmals und eindeutig von dem perversen Nazi Regime distanziert. Sie informierte, dass sie gegen die DVU und die NPD, die den Medienhype derzeit auf ihren Websites für eigene Zwecke nutzen, bereits juristisch vorgehen würde. Nur tat sie Johannes B. Kerner, auch auf mehrmaliges Nachfragen hin, nicht den Gefallen, zuzugeben, dass sie die Nazizeit in Teilen verherrlicht hätte.

Alles in allem war es eine furchtbare Lehrstunde schlechten Journalismus was Herr Kerner da abgeliefert hat. Frau Herman bestach während des 52 minütigen Spießrutenlaufs durch Ruhe, Sachlichkeit und Beherrschung. Und - durch eine Naivität, die man sich den Medien gegenüber offensichtlich nicht erlauben darf.

Die Sendung, derzeit noch auf ZDF zu sehen
Welt online mit mehreren hundert Leserkommentaren

Die größte Antifa Show des öffentlich rechtlichen Fernsehens in letzter Zeit. Ich hätte von JB Kerner mehr Sachlichkeit erwartet. Diese peinliche Vorstellung hat mich an eine Hexentribunal erinnert, eines ernstzunehmenden TV-Moderators unwürdig. Die Argumentation gegen Frau Hermann war jedenfalls schlichtweg auf BILD-Niveau und gehört eigentlich nicht ins öffentlich-rechtliche Fernsehen. Und dann noch die lächerlichen Kommentare von unterbelichteten B-Promis wie Frau Schreinemakers.

Quelle: Gulli Bord, Politik und Gesellschaft

Nachtrag:

RTL Explosiv legt neuerlich nach und zitiert Eva Hermann abermals auf eine unerträgliche Art. Das Autobahnzitat ohne Satzanfang und Zusammenhang. OFF, …aber es sind auch Autobahnen gebaut worden und wir fahren heute noch darauf…, OFF. Nicht nur, dass Frau Hermann denunziert wird, verarscht werden durch solche Art der Berichterstattung letztlich wir. Wenn wir es denn gucken.

Im Schlaf lernen

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Ich kann plötzlich auch koreanisch lesen

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Dejagah muss sich nicht entscheiden

Mittwoch, den 10. Oktober 2007
Ich glaube im Übrigen nicht, dass eine Teilnahme an einem Fußballspiel nachteilige Konsequenzen für irgend jemanden haben könnte - schon gar nicht für Dritte. Der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Peter Danckert.

Das Drama, dass sich derzeit um den Nationalspieler Dejagah abspielt, ist schlichtweg eine Frechheit. Er bezieht heftig Prügel selbstgefälligster Manier, von deutschen Politikern, vom Zentralrat der Juden und nicht zuletzt sogar von einem meiner Lieblingsblogs.

Wie fernab von Gut und Böse muss man eigentlich sein um auf diesen Mann einzudreschen? Seine Familie und Freunde leben im Iran und haben, sicher nicht nur theoretisch, übelste Repressalien zu erwarten wenn Herr Dejagah nach Israel einreisen würde. Selbst wer das bestreitet, es ist immer noch Dejagahs Recht es zu befürchten.

Diese ganzen Klugscheisser haben doch gar keine Ahnung was es bedeutet unter einem solchen Regime leben zu müssen. Diese Helden. Aber wehe jemand kommt der eigenen Familie zu nahe, und sei es nur Söhnchen und Töchterchen werden von der doofen Nachbarrin angepöbeln. Dann ist das Gezeter gross.

Dem Mann u.a. Antisemitismus vorzuwerfen ist schlichtweg geisteskrank wie ich finde. Und jeder hat immer noch das Recht, seinen Job so zu machen (oder nicht zu machen) wie er es für richtig hält.

Die TAZ, die man beim besten, verfolgungswahnverseuchtesten Willen nicht für antisemitisch halten kann, hat die Situation in ihrem Blog trefflich formuliert. Und da mir hier grade der Kragen platzt, bin ich dankbar dafür und kann diesen Artikel beenden ohne einen Herzkaspar zu riskieren.

Steuerfrei - so geht’s

Dienstag, den 9. Oktober 2007
Ein Sprecher der Post betonte, der Bonner Konzern stelle als einziges Unternehmen in Deutschland die Briefversorgung der Bevölkerung zwischen Flensburg und Berchtesgaden sicher und müsse deshalb von der Mehrwertsteuer ausgenommen bleiben.

Quelle: Wirtschaftswoche

Sachma, les’ ich richtig? Weil ein Unternehmen seinen Job macht, seine Mitarbeiter schlecht bezahlt und Milliardenumsätze erzielt, zahlen die keine Umsatzsteuer? Umsatzsteuer, das sind die 19% die jeder Gewerbetreibende ans Finanzamt abzuführen hat und die der Endverbraucher natürlich bezahlt. 7% auf Lebensmittel und Bücher etc.

Das Postmonopol, als “Universaldienstleister” u.a. die Umsatzsteuer nicht zahlen zu müssen, sollte eigentlich Ende 2007 fallen. Tut es nun aber wohl doch nicht. Na meine Herrschaften, da ist, nach der Privatisierung, der staatliche Klüngel aber noch fett am wirken, watt?

Und was ist mit all den Unternehmen, die gern die zu 80% 90% unnötige und umweltzerstörende Briefversorgung sicherstellen würden, es aber schon mal nicht können weil sie ja zu 19% Mehrkosten verdammt sind?

Die ticken alle doch nicht mehr ganz richtig. Wenn das so weitergeht, geh’ ich in den Untergrund. Nein, nicht um zu

TV Tipp heute: NDR 23:00 Uhr “Wer gab Euch das Recht zu morden?” Die Geschichte der RAF - Opfer

morden. Ich setz’ mich einfach ab und hab’ keinen Bock mehr. Sollen die ihren Scheiss alleine machen. Mann.

Finger weg

Dienstag, den 9. Oktober 2007

Ich hatte ja schon im alten Blog von der Bürgerinitiative Vossmoor erzählt und dabei Ulles Lied “Finger weg” verlinkt. Das ist erstens aber schon 100 Jahre her und zweitens ist das Lied nicht mehr auf dem Vossmoor Server. Deswegen hat es jetzt hier eine neue Heimat gefunden.

Genau das Richtige wenn man auf ordentliche Gitarrenmucke steht. Mir jedenfalls hat es nach jedem Hören besser gefallen und ist aus dem Autoradio längst nicht mehr wegzudenken. Wer es downloaden möchte macht hier einen Rechtsklick und sagt Ziel speichern unter. Viel Spass.

Finger weg ist

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