Kategorie 'Kerzenserver'

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Lights out San Francisco

Dienstag, den 23. Oktober 2007

Am Samstag, den 29.03.2008 zwischen 20:00 und 21:00 Uhr schaltet San Francisco (das ist ein Fischerdorf in Kalifornien) das Licht aus und installiert pro Mitmacher eine Energiesparlampe. Wenn alles gut geht.

Vor ein paar Tagen haben sie es schonmal gemacht. Am 20.10. um genau zu sein. Einige dörfliche Institutionen haben sich angeschlossen. Sogar Google war, von San Francisco aus aufgrufen, düster.

Das spart Strom. Zumindest auf Röhrenbildschirmen. Und Sinn der Sache war natürlich Strom sparen und Klima schützen. Verwunderlich, da die Leute im Dörfchen San Francisco zu einem großen Teil Amerikaner sind. Und in Amerika gibt es bekanntlich genug Strom, Öl und Klima.

Hier nicht. Und teuer ist er auch, der Strom. Wenn ich nur an die irrsinige Leuchtwerbung überall denke. Zum Beispiel auf der Reeperbahn. Da bin ich oft wenn ich Horst aus der Kneipe holen muss, weil er es alleine mal wieder nicht schafft. Auf dem Nachhauseweg zeigt er dann auf diese riesigen Bier- oder Tussleuchtreklametafeln und schreit “Die kenn ich, die kenn ich! Hey, ich bin Profi!”. Jaja, der Horst.

Oder Digitalanzeigen von Weckern und Geräten, was die millionenfach an Strom fressen! Ja liebe Kinder, früher hatten wir sowas nicht. Früher hatten wir Zifferblätter auf unseren Weckern. Und die sahen so aus.

Ungefähr. Doch, doch, da kann man sehen wie spät es ist. Nur nachts nicht. Und die haben auch Krach gemacht, die ganze Nacht. Da war man fast immer schon vor der Zeit wach. Und man musste sie aufziehen. Sonst liefen sie nicht. Dafür hatte man dann aber seine Ruhe. So ein Uhrwerk zum Aufziehen sah so aus, man kann es leicht nachbauen.

Im privaten Bereich macht es natürlich auch Sinn Strom zu sparen. Man schont die Umwelt und spart Geld. Ein bisschen schwierig kann es bei der Frage werden, was denn nun künftig weniger eingeschaltet oder gar komplett entsorgt wird. Ich war beispielweise dafür, dass der Videoserver weiterhin 24 Stunden am Tag laufen muss, die dekorativen Leuchtmittel aber schonmal komplett rausfliegen. Ich glaube nicht, dass ich mich durchsetzen konnte. Es wird derzeit nicht mehr mit mir gesprochen. Es ist also, wie so oft im Leben, auch in der Stromsparfrage Diplomatie gefragt. Oder Diktatur! Im letzten Fall benötigt man allerdings, neben einer großen Fresse, auch eine entschlossene Exekutive.

Jetzt bin ich ein bisschen abgeschweift. Lights out San Francisco ist ne gute Sache. Das wollte ich eigentlich nur sagen.

Licht aus Mick.

Dejagah muss sich nicht entscheiden

Mittwoch, den 10. Oktober 2007
Ich glaube im Übrigen nicht, dass eine Teilnahme an einem Fußballspiel nachteilige Konsequenzen für irgend jemanden haben könnte - schon gar nicht für Dritte. Der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Peter Danckert.

Das Drama, dass sich derzeit um den Nationalspieler Dejagah abspielt, ist schlichtweg eine Frechheit. Er bezieht heftig Prügel selbstgefälligster Manier, von deutschen Politikern, vom Zentralrat der Juden und nicht zuletzt sogar von einem meiner Lieblingsblogs.

Wie fernab von Gut und Böse muss man eigentlich sein um auf diesen Mann einzudreschen? Seine Familie und Freunde leben im Iran und haben, sicher nicht nur theoretisch, übelste Repressalien zu erwarten wenn Herr Dejagah nach Israel einreisen würde. Selbst wer das bestreitet, es ist immer noch Dejagahs Recht es zu befürchten.

Diese ganzen Klugscheisser haben doch gar keine Ahnung was es bedeutet unter einem solchen Regime leben zu müssen. Diese Helden. Aber wehe jemand kommt der eigenen Familie zu nahe, und sei es nur Söhnchen und Töchterchen werden von der doofen Nachbarrin angepöbeln. Dann ist das Gezeter gross.

Dem Mann u.a. Antisemitismus vorzuwerfen ist schlichtweg geisteskrank wie ich finde. Und jeder hat immer noch das Recht, seinen Job so zu machen (oder nicht zu machen) wie er es für richtig hält.

Die TAZ, die man beim besten, verfolgungswahnverseuchtesten Willen nicht für antisemitisch halten kann, hat die Situation in ihrem Blog trefflich formuliert. Und da mir hier grade der Kragen platzt, bin ich dankbar dafür und kann diesen Artikel beenden ohne einen Herzkaspar zu riskieren.

Gut gemeinte Seite

Mittwoch, den 10. Oktober 2007
Gut(e) (gemeinte) Seite - ich lese hier von Schicksalen, erfahre über persönlichen Schmerz, Andenkenaufrufe - alles äußerst ehrbare Dinge und Ausdruck tiefer, ehrlicher und persönlicher Gefühle. Dies alles in Ehren und wirklich tiefen Respekt (!) vor den vorgetragenen Schicksalen und dem damit verbundenen Leid. Die sogenannten “neuen Medien” bieten vielerlei Plat(t)formen für alles Mögliche. Auch für persönliche Trauer … Ich verstehe und achte den Gedanken, der dahiner steckt. Jedoch sehe ich hier auch die neue (andere?) Form des Kommerz zulasten/zugunsten des Leids anderer… “Kostenlos” in Form von “gratis” ist der Tod, das Leid und die Trauer … alles andere kostet (vor allem) Geld … auch “Kerzen” im Internet… Aber das sind wir wohl unserer “neuen Zeit” schuldig… Dies aber nur als Gedanken über den und Tribut an den neuen Zeitgeist - keine wirkliche Kritik. Hilft mir die Internet-Kerze z.B. in Andenken an meine verstorbene, liebgewonnene Kollegin? Ja! Theoretisch, ja! “Wirklich”? Nein! Persönliche Trauer findet (wo)anders statt… Dies alles hier ist ein Mittel zum Zweck und ein Vehikel - nichts weiter - aber legitim und menschlich verständlich…

Patty im Kerzenserver Gästebuch am 07.10.2007

Danke für Deine Ausführungen. Kommerz ist nicht vorhanden, solange der Kerzenserver weniger Geld einnimmt als er kostet. Der Kerzenserver macht keine Gewinne, leider.

Nicht nur die neuen Medien bieten eine Plattform für Trauer. Todesanzeigen in Printmedien gibt es schon ewig.

Wenn Dir der Kerzenserver persönlich in Deiner Trauer nicht hilft ist das OK. Allgemein glaube ich nicht mehr daran. Warum nicht mehr? Ich habe den Kerzenserver 2004 programmiert, weil ich eine Kerze für meinen Hund, die ich vor noch längerer Zeit irgendwo im Internet angezündet habe, nicht mehr wiederfinden konnte. Das hat mich geärgert und ich dachte mir, ich mach mal was eigenes. Wie ernst die Menschen dieses Thema nehmen würden war mir damals überhaupt nicht klar. Seitdem wurden über 13.000 Kerzen angezündet und zwar nicht mal eben per Klick, sondern oft in aller Ausführlichkeit mit Bild, viel Text und Informationen. Ganze Foren haben Kerzen angezündet für Mitglieder, die sie verloren haben. Mütter für Ihre Kinder, Menschen für Ihre Tiere. Manchmal nicht nur eine Kerze, sondern viele. Aus Mails und Anrufen weiß ich, dass diese Kerzen den Menschen wichtig sind. Und dass sie helfen. Nicht viel. Meistens nur ganz wenig, aber sie helfen. Das steht heute für mich fest.

Nicht zu vergessen, dass der Kerzenserver nicht nur eine Trauerplattform ist und sich auch nicht als solche definiert. Es gibt auch schöne Anlässe für eine Kerze. Gottseidank.

Keine UN-Sanktionen gegen Myanmar

Sonntag, den 7. Oktober 2007

Der UN-Sicherheitsrat hat Sanktionen gegen das mörderische Regime in Myanmar erneut abgelehnt. An vorderster Front natürlich wieder China:

“Wir glauben immer noch, dass es sich im Grunde um interne Probleme handelt”, erklärte der chinesische UN-Botschafter Wang Gunagya vor der Beratung des Sicherheitsrates in New York. “Keine international aufgezwungene Lösung kann in der Situation helfen.”

Ach so. Wer lutscht hier eigentlich wen, Ihr gottverdammten, politischen Dummschwätzer?

Sollte China Sanktionen gegen Myanmar unterstützen?

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Nachtrag:

Doener hat in seinem Blog ein spontanes Interview mit dem, in Köln lebenden, burmesischen Mönch Ashin online gestellt. Das Interview wurde am 03.10.2007 in Köln geführt.

Free Burma

Donnerstag, den 4. Oktober 2007

Wie angekündigt, heute ist der 4. Oktober. Hätte es fast verpennt. Bild kann man gefälligst anklicken.

 


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