The Singer, not the song
Mick am 26. Oktober 2005 um 08:31
Wenn man bisher einen Songtext gesucht hat, gab man den Titel bei einer Suchmaschine ein und bekam seine ca. 20 Millionen Links zum Text. Man wählte einen und das war es.
Plötzlich ist es immer noch leicht. Aber nicht mehr sooo leicht. Stößt man doch vermehrt auf Seiten, die darüber informieren, daß sie abgemahnt wurden und den entsprechenden Songtext nicht mehr zeigen dürfen. Ich habe mich gefragt, warum?
Mit großer Mühe baute ich mir Szenarien, feilte, wurde unrealistisch, drehte hier und da ein bisschen, wurde Künstler und Wirtschaftsboss - und doch - kein Ergebnis.
Ich schreibe einen Song den alle Menschen lieben. Und ich will die Kohle. Also soll er gekauft werden. Warum nun den Songtext so eifersüchtig hüten? Ich meine, ich will doch nicht einen Song hören, lade mir den Text runter und sag dann “och nöö, das ist gut, das reicht mir. Nun will ich ihn doch nicht hören”. Oder “Das is aber n blöder Text jetzt wo ich ihn lese, kauf ich doch nicht”.
Ich kann verstehen und befürworte es sogar, dass sie diese elenden Sites schliessen, wo man erst einen Dialer runterladen der viel Geld kostet um dann einen fremden Songtext lesen zu können, alles andere verstehe ich nicht. Gar nicht.
Viele Künstler (oder deren Vermarkter) machen sich eh erst gar nicht die Mühe Songtexte ins Album zu packen. Kleiner Zettel mit Copyright reicht, dann ab in die Regale. Fans lauschen sich die Texte mühsam zusammen und dann kommen sie ins Netz und bekommen viele, viele Kinder. Und die jeweilige CD kostenlose Werbung.
Ich kapier es nicht. Sicher, abmahnen bringt Geld, ist aber, da machen wir uns heutzutage auch nichts mehr vor, extrem rufschädigend. Auch für den Künstler. Wir Netties sind keine Idioten, das hat sich mittlerweile rumgesprochen. Abmahnen bringt auch, im Verhältnis, nicht sooo viel Geld. Also was ist los?

Was treibt einen dazu, mitten in der Nacht eine 1000 Watt Fotoleuchte anzuschmeissen, auf dem eiskalten Kellerboden zu hocken und ein Foto namens “Benutzter Pinsel auf einem Absatz zwischen zwei Räumen nämlich Keller und Waschküche” zu machen? Der Pinsel, der da rumliegt treibt einen. Und die Gier auf neue Sichtweisen, die doch niemals befriedigt wird, weil alles schon da ist (nicht wa(h)r!).



